JOURNAL/Lab Notes
Lab Notes · April 2026

[EN] 14 Tage Claude Code. Drei Praktikantinnen. Null Code-Erfahrung.

Im März haben drei Praktikantinnen ohne Engineering-Hintergrund im Kuble Lab eine interne Newsletter-Pipeline gebaut. Ungefilterter Bericht aus zwei Wochen, in denen einiges anders lief als erwartet.

FIELD NOTES · 2023 — 2026KUBLE JOURNAL
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Im März haben drei Praktikantinnen — eine Germanistik-Studentin, eine angehende Sozialpädagogin, eine Gymnasiastin im Zwischenjahr — im Kuble Lab zwei Wochen lang mit Claude Code eine interne Pipeline gebaut. Sie sollte am Ende RSS-Feeds einsaugen, kategorisieren, zusammenfassen und einmal pro Woche als Newsletter-Draft ausgeben.

Keine von ihnen hatte vorher Code geschrieben. Keine hatte den Begriff „CLI" gehört. Zwei hatten zum ersten Mal ein Terminal offen.

Woche 1: Die Panik-Phase.

Tag eins war erwartungsgemäss verwirrend. Wir setzten Claude Code auf ihren Laptops auf, erklärten das Prinzip — du sagst, was du willst, Claude macht den Code — und liessen sie los. Am Ende von Tag zwei hatten wir drei separate, teilweise kaputte Setups. Python-Versionen stritten sich, ein Skript wollte auf einen API-Key zugreifen, der nirgends war, und eine Praktikantin hatte aus Frust die Klausur ihrer Freundin redigiert statt weiterzumachen.

Tag drei war der Wendepunkt. Wir setzten uns zusammen und stellten eine neue Regel auf: Vor jedem Prompt zwei Minuten denken und aufschreiben. Was soll passieren? Was wäre das Ergebnis? Was, wenn es schiefgeht? Das klang läppisch, veränderte aber alles.

Ab Tag vier lief es. Nicht schnell, aber es lief. Am Ende der Woche 1 hatten wir drei funktionierende Prototypen — jede Praktikantin hatte ihre eigene Version, mit Macken, aber lauffähig.

Woche 2: Alles klappt plötzlich.

Woche 2 war nicht schneller, weil sie Claude besser bedienten. Sie war schneller, weil sie wussten, was sie bauten. Sie hatten in Woche 1 eine Landschaft entdeckt: was ein Terminal ist, was ein API-Call ist, warum es ein .env-File gibt, warum nicht. Jetzt konnten sie die Dinge sortieren, die Claude zurückgab.

„Die zweite Woche war nicht schneller, weil sie Claude besser bedienten. Sie war schneller, weil sie wussten, was sie bauten."

Am Ende von Woche 2 lief eine einheitliche Pipeline. RSS in, 14 Feeds, Claude kategorisiert, fasst zusammen, gewichtet nach Relevanz für unser Team, spuckt einen Markdown-Draft aus. Dauer des Runs: 90 Sekunden. Der Draft geht jetzt jeden Montagmorgen an unser Redaktionsteam. Zwei Monate später läuft er immer noch — mit sechs kleinen Patches von uns, keine grösseren Probleme.

Was wir daraus gelernt haben.

Drei Dinge, die wir in die nächste Kohorte mitnehmen:

  1. Claude Code ist für Nicht-Coder kein Weg drumrum, sondern ein Weg durch. Wer das Handwerk nicht verstehen will, wird frustriert. Wer es wissen will, lernt in zwei Wochen erschreckend viel.
  2. Die ersten zwei Tage sind investiert, nicht verloren. Wer sich durchquält, baut ein Modell der Welt auf, das man später braucht. Kein Shortcut.
  3. „Zwei Minuten denken" schlägt „zehn Minuten prompten". Das gilt für Code, für Text, für fast alles.

Lea Fankhauser leitet das Kuble Lab. Sie hat die Praktikantinnen durch die zwei Wochen begleitet und dokumentiert — der Bericht oben ist die ungefilterte Version.

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